Alles noch fräsh?

  • Mon 24 Nov 2008
  • 13|55

Alles noch frisch?Da frage ich mich doch wirklich, ob noch alles ganz "fräsh" ist, bzw. ob in den diversen Marketing­abteilungen noch alle ganz frisch sind.
Ok, ich gebe es zu - ich bin in manchen Dingen doch eher altmodisch. Zum Beispiel würde ich einen bestimmten Käse am liebsten wieder so schreiben, wie er ursprünglich auch geschrieben wurde, nämlich so: Bressot - man beachte das "t" am Ende!
Liebe Strategen in den Marketingabteilungen und liebe Produkt-Titel-Erfinder: aus "Fräsh" (brrrr...) machen wir am besten ganz schnell ein echtes "Fresh" oder noch besser ein einfaches "Frisch!".
Ok, ich gebe noch etwas zu: ich habe eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie manche Leute manche Produkte aussprechen und daß sich das ganz sicher nicht so anhört, wie es gedacht ist. Na und? Dann gebt den Dingen eben keine so dumm verhunzten, scheinbar so verkaufsfördernde, hyper-hyper modisch tolle Namen sondern benennt sie so, daß man es auch als Nicht-Engländer oder Nicht-Franzose - aber z. B. als Bayer, Schwabe, Hesse oder Nord-Deutscher - ohne Probleme aussprechen kann. Punkt.

Kann man uns mieten? Man kann: rent-a-german

  • Sun 23 Nov 2008
  • 13|54

Kann man uns wirklich mieten? Kann man sich wirklich einen Deutschen mieten? Es scheint so. Das Angebot ist allerdings eher für's Ausland bestimmt. Jeder der einmal die guten Deutschen Tugenden, Fähigkeiten und Fertigkeiten live erleben oder auch nur seinen Freunden zeigen will, geht auf die Seite rent a German, wählt sein "Paket" und Kandidaten aus und bestellt.

Absurd, oder?

Jein. Denn irgendwie ist heutzutage eigentlich alles möglich, warum also nicht auch DAS.
Die Idee ist eines der Projekte des Münchner Designers Johannes Blank. Laut diesem Artikel war das Projekt "...eine Reaktion auf Erfahrungen im Ausland, bei denen er [Blank] immer wieder mit den üblichen Klischees konfrontiert wurde." Ich will hier jetzt nicht den ganzen Artikel abschreiben, es sei nur soviel gesagt: unser Ansehen im Ausland scheint gar nicht so schlecht zu sein; laut obigem Artikel sind einige (ernstgemeinte!?) Bestellungen eingegangen...

Neue Titel braucht das Land

  • Tue 24 Jun 2008
  • 13|49

Bei den heutigen Sprit-Preisen könnte man von den Mineröl-Companies eigentlich erwarten, an den Service Stations wieder den guten, alten "Petroleum Transfer Engineer" anzutreffen, der uns - wie in alten Zeiten - beim Tanken supportet.
Auf der anderen Seite muß ich sagen, daß die meisten Masters of Welcome, Human Resources Directors und Heads of Verbal Communications mit denen ich im Office zu tun habe, doch eher smart und nett sind.
Ein ganz anderes Topic ist, daß uns beim täglichen Lunch in mancher Cafeteria gar nicht bewußt ist, welchen Effort die diversen Education Centre Nourishment Production Assistants und später dann die Environment Improvement Technicians betreiben, um einen reibunslosen Flow zu gewährleisten.
Kann uns ja auch egal sein - wenn etwas nicht klappt, rufen wir einfach den Facility Manager, der macht das dann schon.

Stimmt. Viel Sinn macht das alles nicht; eine bloße Auflistung dieser tollen Titel erschien mir allerdings zu einfach - hier kommt sie trotzdem:

"Englisch"Deutsch
"Dispatch Services Facilitator"Postbote
"Environment Improvement Technician"Putzfrau
"Facility Manager"Hausmeister
"Head of Verbal Communications"Sekretärin
"Human Resources Director"Personalchef
"Master of Welcome"Pförtner
"Media Distribution Officer"Zeitungsausträger
"Petroleum Transfer Engineer"Tankwart
"Stock Replenishment Advisor"Auffüller/in der Regale im Supermarkt
"Vision Clearance Engineer"Fensterputzer
"Waste Removal Engineer"Müllmann

Quelle: 1&1 - Skurrile Berufsbezeichnungen

Ach ja, ein Beispiel noch: Public Viewing, DER Begriff schlechthin in diesen Tagen (Fußball-EM!); nur dumm, daß damit im englischsprachigen Raum die öffentliche Aufbahrung (eines Toten) bezeichnet wird...